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Autorenlesung zum Thema „Holocaust“ mit Reiner Engelmann

16.05.2019 | Von: Anne Müller

Am Freitag, dem 10.5.2019 stellte der Buchautor und Auschwitzexperte Reiner Engelmann  sein Buch „Der Fotograf von Auschwitz“ in der Zehntenscheune einigen Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule in Landstuhl vor.

 

Nach einem kurzen Grußwort durch Schulleiter Uwe Kleu, der selbst bereits mehrere Konzentrationslager besucht hat, richtete auch Stadtbürgermeister Ralf Hersina einige Worte an die Schülerinnen und Schüler. Er mahnte zur Vorsicht und zum Mitdenken, damit solche Ereignisse nie wieder passieren können und übergab das Wort dann an Reiner Engelmann.

Reiner Engelmann erzählte eindringlich und aufrüttelnd aus dem Leben des Auschwitzfotografen Wilhelm Brasse. Dieser hatte unter anderem ca. 60.000 Häftlinge verschiedenster Konzentrationslager systematisch für die Nationalsozialisten portraitieren müssen. Er fertigte Profilbilder und Frontalansichten der Häftlinge an, die anschließend in der Gaskammer ermordet wurden. Auch nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager versuchte er seiner Leidenschaft im Bereich der Fotografie nachzugehen. Seine Fotos trugen wesentlich dazu bei, dass die Geschehnisse in Auschwitz aufgeklärt und nicht verschleiert werden konnten.

Reiner Engelmann fand in seinem Vortrag genau den Ton, den es braucht, um jungen Menschen die unvorstellbaren Ereignisse der NS-Zeit näher zu bringen. Einfühlsam und wertschätzend beantwortete er auch die Fragen der Schülerinnen und Schüler und ging mit ihnen in den Dialog.

Eine gelungene Veranstaltung, die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gleichermaßen beeindruckte. Wir danken Herrn Engelmann für seine Lesung und Frau Weis für die Organisation der Veranstaltung. Um den Themenkomplex „Holocaust“ für die Lernenden noch greifbarer zu machen, besuchen die Schülerinnen und Schüler Mitte Juni das Konzentrationslager in Natzweiler-Struthof.

 

Zur Person:

 

Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Nebenher veröffentlichte er Bücher und organisierte Studienfahrten z. B. nach Auschwitz. Bei einem dieser Aufenthalte lernte er auch Wilhelm Brasse kennen. 

 

Wilhelm Brasse wurde 1917 geboren und mit 22 Jahren in das Stammlager nach Auschwitz eingeliefert. Als gelernter Fotograf wird er zum Dokumentarist des Grauens. Seine Aufgabe ist es, die KZ-Insassen zu fotografieren. Als Wilhelm Brasse 1945 alle Fotos verbrennen soll, widersetzt er sich – dadurch können die Gräueltaten aufgeklärt und dokumentiert werden. Er stirbt im Jahr 2012 nach kurzer Krankheit in seiner Heimat in Polen.